„Züricher Modell“ - was können wir lernen.

Mit mehreren Kolleg:innen waren auf dem akzept-Kongress, und konnten u.a. von Florian Meyer aus der Schweiz erfahren, wie Zürich der „Crack-Problematik“ versucht Herr zu werden.

„Züricher Modell“ - was können wir lernen:

1. massiver Hilfeausbau

Ein zentraler Baustein: Ein massiver Ausbau der Hilfeangebote. So gibt es dort u. a. drei gut ausgestattete niedrigschwellige Drogenhilfeeinrichtungen mit Drogenkonsumraum sowie ein deutlich umfangreicheres Streetwork.

2. Pragmatismus und schnelles Handeln

Aufbau eines „pop-up-Drogenkonsumraums“ - als Akutmaßnahme gelang dies in nur drei Monaten!

3. Repression ja – aber gezielt und unter Voraussetzungen!

Da der Mikrohandel in den Drogenhilfeeinrichtungen toleriert wird, gibt es keinen öffentlichen Drogenhandel. Ebenfalls wurden ausreichend Drogenkonsumräume aufgebaut, Abhängige können diese niedrigschwellig nutzen.

Repressiver Maßnahmen bedarf es somit nur gegen (seltenen) öffentlichen Drogenkonsum – und „alle sind zufrieden“.

4. Fazit

Ein gut ausgebautes Hilfesystem ist die Voraussetzung für repressive Maßnahmen – ohne dies handelt es sich um bloße Verdrängung und Symbolpolitik, die letztlich niemandem hilft.

Bei einem breiten Konsens der Stadtgesellschaft und Politik sowie dem Mut zu unkonventionellen Lösungen sind auch rasche Entlastungsmaßnahmen möglich.