Impfstoffforschung

Diskussion

Unter dem Motto "Hoffnung oder ewige Sackgasse?" diskutierten am Samstag bei HIV-Kontrovers Prof. Dr. Mirko Trilling und Dr. Eva Wolf darüber, ob weiterhin Geld für die Entwicklung von HIV-Impfstoffen investiert werden solle.

 

Gründe gegen Impfstoffforschung

Eva Wolf sprach sich dagegen aus:  Das Geld solle besser in Tasp (Treatment as Prevention) und die PreP investiert werden. Hiermit ließe sich die Pandemie jetzt schon eindämmen. Die Impfstoffforschung hätte in den letzten 40 Jahren fast keine Erfolge erzielt und die Mittel zur Bekämpfung von HIV und Aids würden immer knapper werden.

 

Gründe dafür

Mirko Trilling sah zwar auch keine direkten Erfolge gegen HIV, aber die Forschung habe die Entwicklung anderer Impfstoffe, z. B. gegen Covid-19, vorangebracht.
Vorteile eines Impfstoffes seien in Zeiten, in denen die Versorgung mit HIV-Medikamenten schwieriger wird, ggf. seine permanente oder zumindest längerfristige Wirkung.
Schlussendlich sei eine Einsparung von rund 670 Millionen Euro völlig unzureichend, um damit ausreichende Investitionen in Medikamente zu finanzieren.

 

Gemeinsames Verständnis

Die konträren Haltungen lösten sich am Ende der Veranstaltung teilweise darin auf, dass Impfstoffforschung versus medikamentenbasierte Prävention eigentlich die falsche Frage sei. Gerade weil Einsparungen nicht genug Mittel für andere Ansätze frei machen könnten.
Das zentrale Problem seien die allgemeinen Kürzungen in der HIV- und Aids-Prävention und -Behandlung.

 

Fazit

Alle an der Gesundheit von Menschen interessierten Akteur:innen sollten mit aller Kraft darauf hinwirken, HIV-Infektionen zu verhindern und neue Mittel dafür zu entwickeln.
In einer Welt, in der die Gesundheitsversorgung immer schwieriger und instabiler wird, werden wir zukünftig für jede Entlastung dankbar sein.